Hotelier und Bierbrauer will bis 2021 klimaneutral sein

Der Blonde Schlawiner und die Black Lady sind im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis kleine Berühmtheiten. Es sind zwei von vier Biersorten, die Sven Schönwetter mit großem Erfolg seit 1999 im Brauhaus Obermühle braut. Schon zwischen 1868 und 1920 wurde im Sudhaus in Braunfels gebraut, damals ganz modern mit einer Dampfmaschine zur Energieerzeugung. 1990 erwarb der Gastronom und Hotelier das Ensemble mit zwei Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Seither investiert er in die energetische Optimierung der alten Gemäuer. Der Geschäftsführer baute neben der Sudanlage auch das Hotel und die Gastwirtschaft aus. „Für uns ist das hier nicht nur ein Geschäft. Wir haben zwei Kinder und wollen den Betrieb zukunftsfest machen“, begründet Sven Schönwetter (siehe Bild unten) sein Engagement für Ressourcen- und Energieeffizienz in seinem Betrieb.

Erweiterung Brauhaus mit Erneuerbaren Energien

2019 reiften seine Pläne für den Ausbau der energieintensiven Bierproduktion. Denn die Nachfrage nach seinen originellen Craft-Bieren steigt stetig – in der Pandemie noch stärker als in den Vorjahren. Mittlerweile erzeugt der Betrieb jährlich über 1.200 Hektoliter Bier und ist damit fast schon eine veritable Regionalbrauerei. Im Jahr 2019 nahm der Unternehmer eine Impulsberatung der Hessischen Initiative für Energieberatung im Mittelstand (HIEM) beim RKW Hessen in Anspruch. „Ich wusste schon, dass ich in die eigene Energieerzeugung sowie energieeffiziente Wärme-, Kälte- und Prozesstechnik investieren wollte.“ Aber für die Beantragung von Fördermitteln brauchte er einen Experten, um die Dimensionierung der Anlagen und deren Energieeffizienzpotenziale zu berechnen. Das RKW Hessen vermittelte Diplomingenieur Andreas Dilly von der GenFa GmbH. Der Diplomingenieur erstellte mit einem Zuschuss aus dem Programm „Energieberatung Mittelstand“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein Gesamtkonzept. Neben Maßnahmen bei den Heizungsanlagen, der Beleuchtung und den Kühlmöbeln stehen eine Photovoltaikanlage (PVA) und ein Blockheizkraftwerk (BKHW) im Zentrum.

PVA und BHKW decken 50 Prozent des Wärme- und Strombedarfs

Das Dach des Sudhauses hatte Sven Schönwetter schon bei der ersten Sanierung zur Jahrtausendwende für eine PVA vorbereiten lassen. Es erzielt ab Mitte 2021 aus 158 Solarmodulen rund 65 Kilowatt Spitzenbleistung und deckt bis zu 30 Prozent des Strombedarfs im Betrieb ab. Zudem sollen die PV-Module den Strom für drei Stromtankstellen liefern, die der Hotellier für seine Kunden aufstellen lässt. „Die Hotelgäste wollen heute nicht nur ein Bekenntnis zum Klimaschutz, sondern auch konkrete Maßnahmen, damit auch sie ihren Aufenthalt bei uns klimagerecht gestalten können“, begründet der Unternehmer die modernen Ladestationen. Da Hotel und Gastonomie außerdem ganzjährig einen gleichbleibend großen Wärmebedarf haben, rechnet sich die Investition in ein Blockheizkraftwerk. Es wird mit Erdgas betrieben und produziert in der Spitze 25 Kilowatt Strom und 50 Kilowatt Wärme. Diese Kapazität wird künftig den Heiz- und Warmwasserbedarf abdecken. Nur in den Wintermonaten wird eine von bisher drei Heizungen zugeschaltet, die zudem mit moderner Pumpen- und Kesseltechnik ausgestattet ist. „Insgesamt rechnen wir damit, dass die PVA und das BHKW künftig 50 bis 60 Prozent unseres Strom- und Wärmebedarfs erzeugen.“

Brauhaus Obermühle wird rund 30 Prozent weniger CO2 emittieren

Sven Schönwetter investiert rund 300.000 Euro. Darin enthalten sind die weitere Umstellung auf LED-Beleuchtung, neue Kühlmöbel und eine neue Spülmaschine sowie Küchengeräte, die jeweils rund 30 Prozent weniger Strom benötigen. Der Großteil der Investition entfällt aber auf PVA und BHKW. Sie bringen auch die größten Einsparvolumen bei Gas und Strom hervor. In der Summe wird das Brauhaus Obermühle rund 30 Prozent weniger CO2 emittieren. Alleine die Energiekosten sinken um rund 15.000 Euro pro Jahr. Die Finanzierung ist so berechnet, dass sich die Maßnahmen bereits nach sieben Jahren amortisieren. „Das reicht uns allerdings noch nicht. Wir wollen klimaneutral werden“, kündigt Sven Schönwetter an. Längst gehen seine Pläne weiter. 2022 will er ein neues Sudhaus bauen, selbstverständlich nach den neuesten energetischen Möglichkeiten. „Ein weiteres BHKW ist schon geplant, um unseren Betrieb mittelfristig energieautark zu führen.“

Laden Sie sich das PDF-Dokument mit dem Praxisbeispiel Brauhaus Obermühle herunter und lesen, wie das Unternehmen durch Investitionen in Photovoltaikanlage, Blockheizkraftwerk, LED-Beleuchtung, neue Kühlmöbel, Spülmaschine und Küchengeräte in der Summe rund 30 Prozent weniger CO2 emittiert. 

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