Baustoffhersteller optimiert Produktion und Energieverbrauch

Der Naturkalk aus Großenlüder-Müs steckt im Kolosseum in Rom und im Schloss Neuschwanstein. 170.000 Tonnen Zement verbaute die Deutsche Bahn für die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Köln. Und eine der Start- und Landebahnen auf dem Frankfurter Flughafen wurde mit einem Erzeugnis des Baustoffherstellers Zement- und Kalkwerke Otterbein GmbH stabilisiert. Und weil der Steinbruch, die Kalk- und Zementöfen viel Energie nutzen, werden unter der Leitung von Geschäftsführer Winfried Müller (siehe Bild unten) seit Jahren Produktion und Energieverbrauch optimiert.

Ressourceneffizienz als Unternehmensziel bei Zement- und Kalkherstellung

Der Osthessische Betrieb beliefert das Baugewerbe, die Forst- und Landwirtschaft, die Chemieindustrie sowie Unternehmen, die Kalk im Umweltschutz einsetzen. Hierfür werden aus eigenem Tagebau jährlich rund 400.000 Tonnen Kalkstein abgebaut und verarbeitet. Die Produktionsprozesse sind wegen der Brenn-, Wärme-, Trocknungs- und Mahlbehandlungen von Kalk und Zement sehr energieaufwändig. Rund 250 Millionen kWh Energie in Form von Strom, Gas, Braunkohle und anderen Energieträgern setzte das Unternehmen z.B. 2010 ein. Obwohl davon nur 13,5% über Strom gedeckt werden, verursacht dieser rund 44% der Kosten pro Jahr.

Andererseits bestehen noch Energieeinsparpotenziale. „Vorausschauender Umweltschutz dient der Langzeitsicherung des Unternehmens“, begründet Winfried Müller den Einsatz des Unternehmens für Ressourceneffizienz. Das 2010 zertifizierte Umweltmanagementsystem war für ihn daher nur ein weiterer Schritt in Richtung Produktionsoptimierung. Für die Entwicklung eines nachhaltigen Energieeffizienzkonzepts beauftragte er 2011 das RKW Hessen mit einer PIUS-Beratung, die Gert Fischer durchführte. PIUS steht für Produktionsintegrierter Umweltschutz.

Energiemanagementsystem überwacht Anlagen für Baustoffherstellung

Mit seiner Analyse ermittelte RKW Hessen-Experte Gert Fischer Energieeffizienzpotenziale in den Bereichen Elektroantriebe, Druckluft, Wärmeverstromung, Lastspitzenreduktion, Nutzung alternativer Energien und in der effektiven Vernetzung der Energieströme im gesamten Produktionsprozess. Als erste Maßnahme installierte Winfried Müller ein Energiemanagementsystem, das seit Januar 2013 zertifiziert ist und eine genaue Kontrolle der einzelnen Energieverbraucher ermöglicht.

Im Zuge der Ersatzinvestitionen hat das Werk die Motoren der Fördertechnik und Mahlwerke ausgetauscht. Obwohl teilweise bereits moderne Antriebstechnik installiert ist, rechnet Gert Fischer mit rund 40% oder bis zu 9.000.000 kWh Einsparvolumen pro Jahr. Selbst bei einem Einspareffekt von nur 20% prognostiziert er ein Einsparpotenzial von 1.800.000 kWh Strom p.a.. Die sechs Druckluftkompressoren, die unter anderem den pneumatischen Transport von Schüttgütern ermöglichen, saniert das Unternehmen, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist.

Laden Sie sich das PDF-Dokument mit dem detaillierten Praxisbeispiel über die Zement- und Kalkwerke Otterbein GmbH & Co. KG herunter und lesen Sie, wie Winfried Müller den Energieverbrauch des Baustoffherstellers nachhaltig reduziert hat. 

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