Wäschekönig senkt Erdgas- und Wasserverbrauch

1996 übernahm Udo König (siehe Bild unten) eine kleine Wäscherei im Zentrum von Groß-Umstadt im Odenwald. Er baute das Unternehmen aus und überzeugte immer mehr Gastronomen und Hotels von seiner Qualität. Wegen des Auftragswachstums zog er 2000 in ein nahegelegenes Gewerbegebiet. Der Betrieb beliefert heute mit 50 Mitarbeitenden Hotels und Restaurants mit Miet- und Lohnwäsche. 2011 folgte ein Hallenneubau, bei dem Udo König eine Abwärmenutzung installierte. Er wollte seine Energiekosten senken und zugleich auch seiner Haltung zu Nachhaltigkeit gerecht werden.

Nachhaltigkeit als Unternehmensleitlinie

„Als familiär geführtes Unternehmen wollen wir eine Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen erreichen“, beschreibt Udo König seine Motive. Deshalb prüfte der Unternehmer schon 2012, ob er mit einer Photovoltaikanlage künftig seinen Strom selber erzeugen könnte. Statische Herausforderungen im Hallendach sowie die Verschattung durch den Wasserdampf seiner Maschinenabluft durchkreuzten die Pläne. Udo König blieb aber dran: „Textilservices verbrauchen hohe Mengen an Ressourcen wie Wasser und Energie, um ein hygienisch einwandfreies Produkt auszuliefern. Neben rein unternehmerischen Aspekten achten wir aber darauf, nachhaltig zu produzieren.“ Seine Miet- und Leasingwäsche bezieht er mittlerweile von einem Wäschehersteller, der sowohl in ökologischer als auch in ethischer Hinsicht entlang der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen handelt.

Impulsberatung des RKW Hessen bringt weitere Energieeffizienzpotenziale hervor
Transportverpackungen stellte Udo König bereits vor Jahren auf Mehrwegbehälter um. Die Liefertouren mit verbrauchsarmen Fahrzeugen werden per Navigation-Tourenplaner optimiert. 2018 identifizierte er bei einer Impulsberatung durch das RKW Hessen weitere Energieeffizienzpotenziale. Seither installiert er bei Ersatzbeschaffungen LED-Leuchtmittel. Die Buchhaltung erzeugt kein Papier mehr, weil sie auf einen digitalen Workflow umgestellt wurde. 2019 nahm Wäschekönig dann eine Energieberatung Mittelstand, gefördert durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA EBM), in Anspruch. Diese übernahm der bei der BAFA gelistete Ingenieur Dieter Oppenhäuser. Ziel der Beratung war die Berechnung der CO2-Einsparung durch eine neue Waschtaktanlage und die Beantragung einer Förderung aus PIUS-Invest (Produktionsintegrierter Umweltschutz, PIUS). Für das Unternehmen, das in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld täglich 15 Tonnen Wäsche reinigt, trocknet, bügelt und faltet, wäre diese Investition ohne Zuschuss nicht darstellbar gewesen.

PIUS-Invest bezuschusst neue Waschstraße mit UV-Reinigung

Die Reinigung von Textilien wie Bettwäsche und Badetüchern, Berufskleidung in der Lebensmittelproduktion sowie Tischdecken und Servietten unterliegt höchsten Hygieneanforderungen. Um sie nicht nur sauber, sondern auch hygienisch rein zu waschen, müssen zahlreiche Parameter optimal aufeinander abgestimmt sein. In einer Waschstraße kommen Wasser, Waschmittel, Wasserstoffperoxid und vor allem Wärme zum Einsatz, die erst in ihrem Zusammenspiel die volle Reinigungsleistung erreichen. Das Wasser wird mit zwei Erdgas betriebenen Dampfkesseln auf 70 Grad Celsius aufgeheizt. Bisher verbrauchte die alte Waschstraße pro Kilo Wäsche 4,5 Liter Heißwasser. Mit dem alten Verfahren erzielte Udo König zwar immer tadellose Resultate; allerdings musste er dafür rund 450.000 Kilowattstunden Erdgas für die Wärmeproduktion sowie über acht Millionen Liter Wasser aufwenden. Hinzu kommen Waschmittel sowie Wasserstoffperoxid (H2O2), eine flüssige Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Als Bleich- und Desinfektionsmittel war es bisher unersetzbar und befindet sich unter dem Werbebegriff „Aktiv-Sauerstoff“ auch in handelsüblichen Pulverwaschmitteln für Privathaushalte.

UV-C-Reaktor als innovatives Herzstück der Waschtaktanlage
Das innovative Herzstück der neuen Waschtaktanlage ist ein UV-C-Reaktor. In diesem erzeugen fünf Leuchtmittelröhren ultraviolettes (UV) Licht. Es hat die besondere Eigenschaft, dass es Bakterien im Waschwasser, mit den Eigenschaften Waschmittel und H2O2 auch „Waschflotte“ genannt, abtötet. Das UV-Licht erhöht die Wirkung des H2O2, das normalerweise erst bei höheren Temperaturen aktiv wird. Die UV-Strahlen aktivieren das H2O2, indem sie die Moleküle aufspalten. Es entstehen so genannte Radikale. Dies geschieht bereits bei 50 Grad Celsius statt wie sonst erst bei 70 Grad. Das Schmutztragevermögen der Waschflotte steigt. Das hat zur Folge, dass nur noch 3,5 Liter Wasser pro Kilo Wäsche bei geringerer Zufuhr an Waschmittel und Wasserstoffperoxid pro Waschzyklus nötig sind. 

61 Prozent Energie und 40 Prozent Wasser gespart

Ende Januar 2020 wurde die neue Waschtaktanlage aufgestellt. Noch justiert Udo König die verschiedenen Parameter, um seine gewohnt hohe Reinigungsqualität bei möglichst geringem Ressourceneinsatz zu erzielen. Durch die verringerte Waschflottentemperatur spart Wäschekönig künftig bis zu 61 Prozent Energie. Der Waschmitteleinsatz sinkt um bis zu zehn Prozent und der H2O2-Zusatz könnte eventuell komplett wegfallen. Und beim Wasser rechnet Udo König mit einem Minderverbrauch um bis zu 40 Prozent. Somit sollten die CO2-Emissionen um 146 Tonnen (CO2-Äquivalent) pro Jahr sinken. Und deshalb erhielt Udo König aus PIUS-Invest einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von 75.775 Euro, rund 21 Prozent seiner Gesamtinvestition. „Natürlich muss sich eine solche Investition schnell amortisieren. Und das gelingt umso schneller, je stärker die Betriebskosten sinken. Und wenn am Ende auch das Klima durch weniger CO2-Emissionen profitiert, sind wir für die Zukunft gut aufgestellt“, freut sich Udo König. 

Einsparungen

Einheit

Prozent

CO2-Äquivalent

Wasser

m3

40 %

2,48 to

Energie

kWh

61,31 %

143,95 to

Waschmittel

 

Bis 10%

 

Wasserstoffperoxid (H2O2)

 

Evtl. 100%

 

 

 

 

 

Summe (eingespartes CO2)

 

 

146,43 to

Zuschuss PIUS-Invest

 

 

75.775 Euro

Laden Sie sich das PDF-Dokument mit dem detaillierten Praxisbeispiel der WAESCHEKOENIG GmbH & Co. KG herunter und lesen, wie das Unternehmen seine Waschprozesse optimiert und CO2-Emissionen senkt. 

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