Schrimpf goes Green und senkt CO2-Emissionen

Moderner Straßenbau mit Asphalt hat die heutige Mobilität möglich gemacht. Er besteht aus Basaltkörnchen und dem dickflüssigen Restprodukt aus der Erdölraffinierung Bitumen als Bindemittel. Basalt für dessen Herstellung liefern seit 1937 die Schrimpf Basaltwerke. In Neuhof bei Fulda sitzt die Zentrale und in drei Steinbrüchen in Osthessen brechen die Mitarbeitenden das begehrte Material aus dem Berg. „Wir arbeiten mit einem Naturprodukt, greifen mit dem Abbau massiv in die Natur ein und sind deshalb auch verantwortlich für die Umwelt“, erläutert Geschäftsführer Rüdiger Balzer seine Haltung. Seit Anfang der 90er Jahre recycelt er alte Straßenbeläge und mischt je nach Rezeptur Recyclat in den neuen Asphalt ein. Damit nicht genug: Jeder aufgelassene Steinbruch wird nach Vorgaben der Naturschutzbehörden renaturiert. „Wir haben freiwillig sogar eine 15.000 Quadratmeter große Fläche nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie praktisch zum Naturschutzgebiet aufbereitet. 

Energieintensive Asphalt-Herstellung analysiert

Bevor der Basalt mit dem Bitumen gemischt wird, muss er getrocknet werden. Bisher geschah dies in einem ungeregelten Prozess mit maximaler Brennleistung bis zu 250 Grad Celsius in einem Trommeltrockner. Darüber hinaus lagerten der Basalt-Split und die Recyclate unter freiem Himmel und wiesen dadurch je nach Witterung hohe Feuchtewerte auf. Schon länger hatten Rüdiger Balzer und seine rund 80 Mitarbeitenden darüber diskutiert, dass dieser ungeregelte Trocknungsprozess zu viel Energie, vor allem Heizöl und Braunkohlestaub, verbraucht. Da in Corona-Zeiten 2020 ohnehin weniger Betrieb und daher mehr Zeit war, wandte sich der Geschäftsführer an das RKW Hessen.

Ziel: Reduktion des Energiebedarfs beim Trocknungsprozess

In einer Impulsberatung und einer anschließenden PIUS-Beratung (Produktionsintegrierter Umweltschutz = PIUS) entstand eine neuen Lösung. Diese entwickelte Marcus Nickel vom B3E Energiebüro aus den Ideen der Schrimpf-Experten, um den Energiebedarf bei der Trocknung zu reduzieren. „Schnell war klar, dass wir fast eine Million Euro investieren müssten, was wir nur schwer alleine hinbekommen hätten“, erinnert sich Rüdiger Balzer. Aber mit dem Effizienzkonzept aus der PIUS-Beratung beantragte er einen Zuschuss bei PIUS-Invest. So wurde der Weg frei für die Umsetzung eines neuen Prozesses für die Balsaltaufbereitung. 

Digitaler Trocknungsprozess senkt CO2-Emissionen und erhöht Recyclatanteil

Die Asphaltmischungen liefert das Unternehmen den regionalen Straßenbaubehörden als oberste Belagdecke just-in-time in der benötigten Spezifikation und bei Temperaturen zwischen 140 und 160 Grad Celsius. Die Kunden haben die Auswahl aus 70 verschiedenen Rezepturen. Ein Labor von Schrimpf wacht über die Zubereitungen. Dadurch ist es Schrimpf möglich, die Asphaltmischungen für den Straßenbau je nach Einsatzgebiet mit unterschiedlichen Eigenschaften bereitzustellen. Die Mischungen variieren durch ihre Basaltkörnung, die Bitumenzusammensetzung sowie Zusatzstoffe und den Anteil von recycelten Materialien aus alten Straßenbelagen. Je nach Rezeptur konnten bisher 15 Prozent Recyclat beigemischt werden. 

Zwischenlagerung in Trockenboxen

Der neue Trockenprozess besteht aus baulichen Maßnahmen im Materiallager und der Digitalisierung der Prozesse. Die Basaltkörnungen und Recyclate werden nun in riesigen Trockenboxen vor der Verwendung zwischengelagert und verlieren dort bereits einen Teil ihres Feuchtegehaltes. Dieser wird künftig auf dem Förderband zum Trommeltrockner analysiert, und es wird berechnet, welche Menge jeweils in die Trommel eingebracht wird. Aus diesen Daten bestimmt anschließend die Steuersoftware des Trommeltrockners, mit wie viel Temperatur und wie lange die Splitmischung im Trockner bleiben muss, bis sie die maximal zulässige Restfeuchte hat. Der exakte Feuchtegehalt ist entscheidend für die Bindung, die Split und Bitumen anschließend eingehen. Und weil dieser nun exakter herzustellen ist, lässt sich der Recyclatanteil je nach Rezeptur auf bis zu 30 Prozent verdoppeln. Das Bitumen wird zudem künftig elektrisch auf Temperatur gebracht, was den Heizölverbrauch reduziert. Ein neuer Radlader ist an die Dimensionen im neuen Materiallager angepasst, kann mehr Basalt- und Recyclatkörner je Arbeitsgang aufnehmen und spart dadurch Dieselkraftstoff. Insgesamt sinken die CO2-Emissionen um über 10 Prozent. 

PIUS-Invest übernimmt 288.000 Euro der Investitionen

Der Bau des neuen Materialllagers und die Digtalisierung des neuen Trocknungsprozesses werden im März 2022 abgeschlossen sein. Insgesamt investiert das Unternehmen 960.000 Euro. Rund 30 Prozent erhält es aus PIUS-Invest als nicht rückzahlbaren Zuschuss. „Ohne diese Förderung hätten wir die Prozessoptimierung erst viel später realisieren können“, berichte Rüdiger Balzer, der bereits weiter plant. Künftig möchte er alten Straßenbelag komplett recyceln. Je nach Entwicklung neuer Rejuvenatoren für Bitumen wird dies in wenigen Jahren möglich sein. Und dann möchten die Schrimpf Basaltwerke sogar alten Asphalt einer Kreislaufwirtschaft zuführen. 

Laden Sie sich das PDF-Dokument mit dem Praxisbeispiel Schrimpf GmbH & Co. Basaltwerke KG herunter und lesen, wie das Unternehmen seine CO2-Emissionen reduziert. 

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2020: Broschüre "CO2-Helden im Mittelstand" der Hessen Trade & Invest GmbH mit 16 Praxisbeispielen

2022: Broschüre "CO2-Helden denken weiter" der Hessen Trade & Invest GmbH mit 17 Praxisbeispielen