KfW Umwelt und Erneuerbare Energien: Kredite mit Tilgungszuschüssen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt als Förderbank des Bundes und der Länder die Energiewende und die Klimaschutzziele der Bundesregierung. Da ist es nur folgerichtig, dass sie umfassende Programme mit Förderprodukten für Energie und Umwelt bereitstellt. Wenn Sie als hessisches Unternehmen Investitionen in erneuerbare Energien, Strom- und Wärmeproduktion sowie Ressourceneffizienz planen, sollten Sie diese Förderlinien kennen. Je nach Maßnahme erhalten Sie zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Das Volumen variiert und kann bis zu 50 Millionen Euro betragen. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Förderlinien vor, die vor allem für kleine und mittlere Unternehmen relevant sind.

Wenn Sie grundsätzliche Fragen zur KfW haben, wie sie arbeitet und funktioniert und wie das Antragsverfahren läuft, lesen Sie die Einleitungstexte zur Förderlinie „KfW-Energieeffizienz“ oder fragen Sie Ihre Hausbank. 

Wer darf Anträge bei KfW Umwelt und Erneuerbare Energien stellen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Körperschaften wie Kommunen, Einzelunternehmer, Landwirte und gemeinnützige Organisationen (Vereine, Stiftungen) sowie Genossenschaften mit Hauptsitz in Deutschland. Je nach Förderlinie sind auch Tochtergesellschaften und Joint Ventures im Ausland antragsberechtigt, wenn sie mehrheitlich oder maßgeblich unter deutscher Beteiligung bestehen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Förderlinien vor, die vor allem für kleine und mittlere Unternehmen relevant sind.

 

Erneuerbare Energien Standard (270)

Das KfW-Programm Erneuerbare Energien "Standard" bietet eine zinsgünstige Finanzierung von Investitionen in erneuerbare Energien. Förderfähig sind Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie zur Integration erneuerbarer Energien in bestehende Energieanlagen.

Förderfähig sind unter anderem:

  • Erweiterung bestehender Anlagen inklusive Planungs- und Installationskosten, sofern sie die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erfüllen
  • Photovoltaik-Anlagen
  • Windkraftanlagen und Aufrüstung bestehender (Repowering) Anlagen
  • Stromerzeugungs- und KWK-Anlagen auf Basis fester Biomasse
  • Erzeugung und Nutzung von Biogas
  • Geothermische Stromerzeugungs- und KWK-Anlagen
  • Speichersysteme
  • Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft
  • Wärmeerzeugung mit Solarthermie und fester Biomasse
  • Wärme-/Kältenetze und Wärme-/Kältespeicher, sofern aus erneuerbaren Energien erzeugt
  • Maßnahmen zur Flexibilisierung von Stromnachfrage und -angebot und zur Digitalisierung der Energiewende

 Förderkonditionen:

  • Förderkredit ab 1,03 Prozent effektivem Jahreszins
  • Bis zu 50 Millionen Euro Kreditbetrag je Maßnahme
  • Finanzierung bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Bis zu 20 Jahre Laufzeit bei bis zu drei tilgungsfreien Jahren; Zinsbindung möglich
  • 100 Prozent Auszahlung des Kreditbetrags
  • Antragstellung und Auszahlung nur über die Hausbank

 

Erneuerbare Energien Premium zur Wärmeerzeugung (271, 272)

Bei dieser Förderlinie gewährt die KfW ergänzend zum Programm „270 Standard“ auch Tilgungszuschüsse für Anlagen, die zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien dienen.

Förderfähig sind unter anderem:

  • Solarkollektoranlagen für Warmwasserbereitung, Raumheizung sowie Kälteerzeugung bei Wohngebäuden mit mehr als drei Wohneinheiten sowie Gewerbegebäuden mit mehr als 500 Quadratmeter Nutzfläche
  • Biomasseanlagen zur Verbrennung fester Biomasse für die thermische Nutzung
  • KWK-Anlagen mit Betrieb aus fester Biomasse wie Holzpellets, Scheitholz oder Holzhackschnitzel mit einer Nennwärmeleistung über 100 Kilowatt
  • Wärmenetze, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden
  • Große Wärmespeicher
  • Biogasleitungen für nichtaufbereitetes Biogas
  • Große effiziente Wärmepumpen mit Nennwärmeleistung über 100 Kilowatt
  • Tiefengeothermie mit mehr als 400 Metern Bohrtiefe und mindestens 20º Celsius Temperatur und einer geothermischen Wärmeleistung von mindestens 0,3 Megawatt

 Förderkonditionen:

  • Förderkredit ab 1,03 Prozent effektivem Jahreszins
  • Bis zu 25 Millionen Euro Kreditbetrag je Maßnahme
  • Finanzierung bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Bis zu 20 Jahre Laufzeit bei bis zu drei tilgungsfreien Jahren; Zinsbindung möglich
  • 100 Prozent Auszahlung des Kreditbetrags
  • Antragstellung und Auszahlung nur über die Hausbank
  • Tilgungszuschüsse abhängig von der installierten Anlage; sie variieren zwischen 30 und 50 Prozent

 

KfW-Umweltprogramm (240)

Das KfW-Umweltprogramm bietet zinsgünstige Finanzierungen für Unternehmen, wenn sie Maßnahmen zur Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Verfahren kreislauforientierter Produktionssysteme (“Circular Economy“) realisieren. Vor allem sollen die Projekte die Entstehung von Umweltbelastungen vermeiden oder wesentlich vermindern.

Förderfähig sind unter anderem:

  • Ressourceneffizienz und Materialeinsparung durch Verringerung von Ausschuss, Verringerung des Materialeinsatzes in der Produktion
  • Abfallvermeidung, -behandlung und -verwertung
  • Abwasservermeidung, Abwasserbehandlung und Frischwassereinsparung
  • Luftreinhaltung, Lärmreduktion sowie Klimaschutz
  • Umweltfreundlicher Verkehr durch Elektro-, Wasserstoff-, Hybridfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer sowie mindestens 40 Kilometer mit rein-elektrischer Reichweite
  • Umweltfreundliche Schiffe sowie Ladestrom und Flüssiggasbetankungsanlagen an Land
  • Ladestationen für Elektrofahrzeugen sowie Tankstellen für Wasserstoff, Erd- und Flüssiggas
  • Maßnahmen zum Boden- und Gewässerschutz
  • Altlasten- und Flächensanierung

Förderkonditionen:

  • Maximal 25 Millionen Euro pro Vorhaben
  • Finanzierung bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Bis zu 20 Jahre Laufzeit bei bis zu drei Jahren tilgungsfrei; mit Zinsbindung bis zu zehn Jahren

 

BMU Umweltinnovationsprogramm (230)

Dieses Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert innovative Umweltschutzprojekte in großtechnischem Maßstab, die erstmals in Deutschland realisiert werden. Es gewährt zinsgünstige Darlehen und Investitionszuschüsse.

Förderfähig sind innovative Technologien in den Bereichen:

  • Abwasserbehandlung/Wasserbau
  • Abfallvermeidung, -verwertung und -beseitigung sowie Sanierung von Altablagerungen
  • Bodenschutz
  • Luftreinhaltung einschließlich Maßnahmen zur Reduzierung von Gerüchen
  • Minderung von Lärm und Erschütterungen
  • Klimaschutzmaßnahmen wie Energieeinsparung, Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien
  • Umweltfreundliche Energieversorgung und -verteilung
  • Ressourceneffizienz/Materialeinsparung

Förderkonditionen:

  • Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich
  • Investitionszuschuss von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Kein Höchstbetrag für den Kredit der restlichen 70 Prozent
  • Laufzeit bis zu 30 Jahren

Planen Sie Ihre KfW-Förderstrategie mit einer PIUS-Beratung

Für die Beantragung der KfW-Förderprogramme ist stets die Hausbank zuständig. Sie prüft die Anträge auf Vollständigkeit und reicht sie für die Bewilligung an die KfW weiter. Technische Investitionsmaßnahmen müssen ausführlich beschrieben und in ihrer Wirkung berechnet werden. Es empfiehlt sich daher, die Anträge gründlich vorzubereiten. Idealerweise übernehmen solche Arbeiten für die Vorbereitung der Anträge freie Ingenieure, die bei der KfW als Berater akkreditiert und gelistet sind.

Damit Sie bei Ihrer Beantragung von KfW-Förderkrediten und Zuschüsse erfolgreich sind, sollten Sie die Planung Ihrer Projekte am besten mit einer PIUS-Beratung beginnen. Ihr Vorteil: Auch hierfür gibt es Zuschüsse in Hessen, die Sie über uns beantragen können.

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