BAFA Energieeffizienz in der Wirtschaft: Technologieförderung für Querschnittstechnik

Sie wollen Ihre Anlagen, Maschinen, Produktionssysteme und Prozesse modernisieren und energieeffizient aufrüsten? Suchen Sie dafür Zuschüsse, um Ihre Investition breiter aufzustellen beziehungsweise das benötigte Kreditvolumen zu senken? Unter bestimmten Voraussetzungen steht Ihnen eine Bundesförderung zu, die Sie über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen können. Die nicht rückzahlbaren Zuschüsse bilden dann neben Eigen- und Fremdkapital eine dritte Säule Ihrer Finanzierungsstrategie und entlasten Ihren betrieblichen Cashflow. Zuschüsse gibt es für Querschnittstechnologien, Prozesswärme, Optimierung und Energiemanagement von Anlagen. Eine BAFA-Förderung ist mit KfW-Krediten kombinierbar, nicht aber mit Förderung oder Tilgungszuschüssen der KfW. Was Sie bei einer BAFA-Förderung beachten müssen und was Sie erwarten dürfen, lesen Sie auf dieser Seite.

 

Was ist das BAFA und auf welcher Grundlage vergibt es Zuschüsse?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle untersteht dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Als Bundesbehörde wirkt es mit bei der Umsetzung von Gesetzen, Programmen und Vorgaben der Bundesregierung. Unter anderem ist es für Wirtschafts- und Mittelstandsförderung zuständig. Mit der Energiewende leitete Deutschland eine umfassende und tiefgreifende Transformation seiner Energieversorgung und Energienutzung ein. Seit bald drei Jahrzehnten förderten alle Regierungen auch den Umbau der Wirtschaft sowie im Gebäudebestand, um die Energieeffizienz zu verbessern. Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen sanken zwischen 1990 und 2015 die Treibhausgasemissionen um rund 27,9 Prozent. Und für das ehrgeizige Ziel, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken, stehen dem BAFA in der aktuellen Förderrichtlinie seit 2020 wieder attraktive Zuschussprogramme zur Verfügung. Ziel dieser Richtlinie ist es, mit Zuschüssen zu den Investitionen der Wirtschaft die Energieeffizienz zu steigern sowie den Anteil der erneuerbaren Energien zur Bereitstellung von Prozesswärme auszubauen. Durch die geförderten Maßnahmen der Unternehmen sollen Primärenergieverbrauch und die CO2-Emmissionen gesenkt, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen gestärkt und die Verbreitung von Hocheffizienztechnologien unterstützt werden. 

Wie funktioniert das BAFA und wo muss ich meinen Antrag stellen?

Die BAFA-Förderung wird mit einem Onlineformular beantragt. Allerdings müssen antragsberechtigte Unternehmen einige Vorarbeiten leisten, bevor sie das Formular ausfüllen. Denn Grundvoraussetzung für eine Förderung ist der Nachweis, dass die zu bezuschussenden Maßnahmen technische Mindestanforderungen erfüllen. Diese Mindestanforderungen sind in den Merkblättern des BAFA dokumentiert. Gefördert werden Technologien entlang bestehender Energieeffizienzklassen, ISO-Normen und gesetzlichen Grundlagen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Um diesen Nachweis zu führen, sollten Sie als Unternehmer unbedingt zuvor ein Energieberater einbinden. Das BAFA gewährt für eine solche Energieberatung ebenfalls einen Zuschuss. Bitte beachten Sie, dass die Förderkonditionen je nach Unternehmensgröße variieren können. Besonders förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach EU-Definition.

Noch besser: Neutrale PIUS-Beratung der HIEM

Noch einfacher ist es, wenn Sie über uns eine PIUS-Beratung in Anspruch nehmen. Unsere PIUS-Berater sind beim BAFA akkreditiert. Sie beraten unabhängig und neutral und wählen für Sie das jeweils bestpassende Förder- oder Kreditprogramm aus. Und vor allem: Unsere Berater wissen, welche Förderprogramme von KfW oder BAFA neben weiteren Landesförderprogrammen jeweils optimal für Sie kombinierbar sind.

Für welche Maßnahmen bekomme ich einen Zuschuss von dem BAFA?

In der aktuellen Förderperiode bezuschusst das BAFA in vier Technologiefeldern Ihre Investitionen:

  • sogenannte Querschnittstechnologien
  • Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien
  • Sensortechnik und Software für Energiemanagement und
  • energetische Optimierung von Anlagen und Prozessen.



Nachfolgend skizzieren wir diese vier Förderlinien im Einzelnen:
 

1. Querschnittstechnologien

Querschnittstechnologien umfassen als übergeordneter Begriff solche Technologien, die in vielen Anwendungsfeldern zum Einsatz kommen. Beispiele sind vor allem Druckluft und Elektromotoren sowie die Komponenten von Raumlufttechnischen-Anlagen (RTL-Anlagen) und Wärmerückgewinnungsanlagen, ohne die keine gewerbliche oder industrielle Produktion arbeiten könnte. Gerade durch solche Querschnittstechnologien haben Ingenieure in den letzten Jahren enorme Effizienzpotenziale erschlossen. Hocheffiziente Technologien können in jedem Betrieb die Energiekosten senken und deshalb rechnen sich viele Investitionen bereits nach wenigen Jahren. Lesen Sie dazu auch unsere Praxisbeispiele.

Gefördert werden Erwerb, Installation und Inbetriebnahme von Maßnahmen

  • Hocheffiziente Elektrische Motoren und Antriebe mit Drehzahlregelung
  • Frequenzumrichter
  • Hocheffiziente Pumpen für die industrielle und gewerbliche Anwendung
  • Hocheffiziente Ventilatoren
  • Hocheffiziente Druckluftanlagen sowie deren übergeordnete Steuerung
  • Anlagen zur Abwärmenutzung beziehungsweise Wärmerückgewinnung aus Abwässern
  • Dämmung von industriellen Anlagen und Anlagenteilen.

 

Förderhöhe

  • Die Netto-Investition muss mindestens 2.000 Euro betragen
  • Bis zu 200.000 Euro nicht rückzahlbare Zuschüsse
  • Bis zu 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.


2. Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien

In dieser Förderlinie erteil das BAFA Zuschüsse für die Erst- oder Neuanschaffung von Sonnenkollektoren, Wärmepumpen und Biomasseanlagen, wenn daraus mindestens 50 Prozent der erzeugten Wärme als Prozesswärme genutzt wird.

Neben den Wärmeerzeugern sind auch Nebenkosten förderfähig:

  • Wärmespeicher und Anschluss an die Wärmeerzeuger
  • Unterkonstruktion von Sonnenkollektoren
  • Baumaßnahmen für Biogasanlagen, Wärmepumpen von Fundament bis Einhausung
  • Mess- und Regeltechnik mit Datenerfassung für Ertragsübermachung
  • Planungs-, Installations- und Montagekosten.


Förderhöhe

  • Maximal 55 Prozent der förderfähigen Investitionskosten
  • Maximal 10 Millionen Euro pro Maßnahme


3. Digitalisierung: Mess-, Steuer- und Regeltechnik

In dieser Förderlinie bezuschusst das BAFA Soft- und Hardware für die Einrichtung oder die Anwendung eines Energie- und Umweltmanagementsystems in Prozessen.

 

Gefördert werden Erwerb, Installation und Inbetriebnahme von:

  • Energiemanagement-Software (Anschaffung und Lizenzen)
  • Sensoren, Analog-Digital-Wandler für die Erfassung von Energieströmen
  • Steuertechnik für die Regelung (Aktoren) von Systemen und Prozesse
  • Schulungskosten.


Nicht förderfähig sind Endgeräte wie Rechner, Server und Monitore, Drucker und weitere Peripheriegeräte.


Förderhöhe

  • Maximal 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten
  • Maximal 10 Millionen Euro pro Maßnahme.


4. Förderung energetischer Optimierung von Anlagen und Prozessen

Diese Förderlinie ist technologieoffen und dafür ausgelegt, industrielle und gewerblichen Anlagen und Prozesse energetisch zu optimieren, die Energieeffizienz zu steigern. Zusätzlich ermöglicht diese Linie die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien und von Abwärme für gewerbliche Prozesse in Unternehmen.


Gefördert werden Erwerb, Installation und Inbetriebnahme von Maßnahmen:

  • Für Prozess- und Verfahrensumstellungen auf effiziente Technologien und energetische Optimierung von Produktionsprozessen
  • zur Abwärmenutzung
  • an Anlagen zur Wärmeversorgung, Kühlung und Belüftung
  • zur energieeffizienten Bereitstellung von Prozesswärme oder -kälte
  • zur Vermeidung von Energieverlusten im Produktionsprozess.


Aus dieser Linie werden auch Zuschüsse für die Erstellung eines Energieeffizienzkonzepts sowie die Umsetzungsbegleitung gewährt.


Förderhöhe

  • Maximal 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten
  • Bis zu 10 Millionen Euro pro Maßnahme
  • Fördereffizienzvorgaben: Pro nachweislich eingesparter Tonne CO2 erhalten kleine und mittlere Unternehmen 700 Euro, Großunternehmen 500 Euro Zuschuss.


Generelle Regelungen für eine BAFA-Förderung

Grundsätzlich dürften Sie eine BAFA-geförderte Maßnahme nur nach der Zuschussbewilligung umsetzen. Damit schließt das BAFA aus, dass Sie bereits getätigte Investitionen im Nachhinein refinanzieren. Gefördert werden nur Maßnahmen in einem Betrieb mit Sitz in der BRD. Die Amortisation muss ohne Förderung mindestens zwei Jahre betragen. Für drei Jahre gilt ein Stilllegungsverbot; Verkauf eines Betriebs oder einer geförderten Anlage sind nur zulässig, wenn diese vom neuen Besitzer weiterbetrieben werden.


Mit PIUS-Beratung der HIEM zum BAFA-Zuschuss

Sie müssen nicht unbedingt ein Ingenieurstudium absolvieren, um in den Genuss von BAFA-Zuschüssen zu kommen. Es hilft aber, wenn Sie einen erfahrenen Ingenieur mit einem Energieeffizienzkonzept für Ihre Maßnahmen beauftragen. Mit der Unterstützung eines BAFA-akkreditieren Ingenieurs der HIEM steigen aber Ihre Chancen bei der Antragstellung. Und das Beste ist: Für die PIUS-Beratung erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 13.000 Euro vom Land Hessen. Rufen Sie uns an und nehmen Sie eine kostenfreie Impulsberatung in Anspruch.

Kostenlose Informationen

Gestalten Sie jetzt die Zukunft Ihres Unternehmens. Rufen Sie uns an und profitieren Sie von unserer neutralen Energieberatung:

Info-Hotline
0 61 96 / 97 02-70

Kontakt

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Querschnittstechnologien

Frankfurter Straße 29-35
65760 Eschborn

Tel.: 0 61 96 / 9 08 18 83

www.bafa.de