Die aktuelle Studie „Ergänzungsstudie zur Gefährdung von Unternehmen“ wurde im Auftrag der DIHK vom Forschungsinstitut Frontier Economics erarbeitet. Sie stellt eine Ergänzung der Untersuchung "Neue Wege für die Energiewende ('Plan B')" dar, die schon im September 2025 veröffentlicht wurde. Die knapp 50-seitige Ergänzungsstudie beleuchtet, wie einzelne Branchen durch die aktuelle Ausgestaltung der Energiewende betroffen sind. Konkret geht sie der Frage nach, über welche Wege Unternehmen höhere Kosten zu tragen haben, in welchen Bereichen Abwanderung droht und wie sich die Risiken senken lassen.
Unternehmen sind direkt und indirekt belastet
Ein zentrales Ergebnis: Die Energiewende belastet die Unternehmen gleich doppelt: direkt über höhere Energiekosten und zusätzliche Ausgaben für Maschinen und Anlagen. Indirekte Kosten entstehen darüber hinaus für Vorprodukte, Logistikleistungen, Personal sowie Bürokratie und Verwaltung. Besonders hoch sind diese versteckten Belastungen in der Chemie- und Grundstoffindustrie, in der Bau- und Immobilienwirtschaft, im Handel und im Gastgewerbe. Aber auch Logistikunternehmen, Dienstleister und Maschinenbauer sind stark betroffen. Zusammengenommen bedroht dies den Fortbestand von Unternehmen in Deutschland.
Stark steigende Netzentgelte
Ein Treiber sind unter anderem stark steigende Netzentgelte. Um erneuerbaren Strom zu transportieren, muss das Stromnetz massiv ausgebaut werden. Währenddessen sorgt die zunehmende Elektrifizierung dafür, dass der Gasverbrauch deutlich zurückgeht. Damit verteilen sich die Kosten der Gasnetzinfrastruktur auf immer weniger Schultern. In der Folge erhöhen sich für diese Kunden die Gasnetzentgelte spürbar.
Auch weniger energieintensive Sektoren betroffen
Die Ergänzungsstudie zeigt, dass vor allem die Branchen in ihrer Existenz gefährdet sind, in denen eine hohe Betroffenheit von direkten und indirekten Energiekosten auf einen starken internationalen Wettbewerb treffen. Das gilt vor allem für die energieintensive Grundstoff- und Chemieindustrie, aber auch für andere, weniger energieintensive Sektoren wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Konsumgüterindustrie und die mittelständisch geprägten Branchen Maschinenbau und Elektrotechnik.
Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft bedroht
Der aktuelle Kurs der Energiewende beeinträchtige laut Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrie, sondern die der gesamten deutschen Wirtschaft. Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu schützen, brauche man eine Neuausrichtung der Energiepolitik. Sie müsse einfacher, flexibler und marktwirtschaftlicher werden.
Pressemitteilung der DIHK zur Studie vom 27. Oktober 2025
Ergänzungsstudie zur Gefährdung von Unternehmen von Frontier Economics im Auftrag der DIHK
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